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Erster offener Bücherschrank in Celle

Cellesche Zeitung am 18. Oktober 2011

Offener Bücherschrank: Kostenloser Lesestoff

NEUENHÄUSEN. Seit gestern gibt es in Celle den ersten offenen Bücherschrank. Er steht an der Bahnhofstraße in den Triftanlagen und ist bestückt mit rund 240 Werken. Das Konzept ist ungewöhnlich: Jeder kann sich ein Buch aussuchen, es mit nach Hause nehmen, nach dem Lesen zurückstellen oder behalten. Das Angebot wechselt ständig, denn jeder kann auch eigene Bücher, für die er keine Verwendung mehr hat, in den Schrank stellen. Kostenlos steht so jederzeit Lesestoff zur Verfügung.

"Wir hoffen, dass das Angebot gut genutzt wird und den Menschen Freude bereitet", sagte Initiatorin Evelyn Reschke vom atelier 22 bei der Eröffnung. Die Idee zu dem Vorhaben sei bei einem Künstlertreffen vor etwa elf Monaten entstanden. "Nun stehen wir vor dem Ergebnis." Literatur sei Kunst. Und Kunst dürfe kein Geld kosten, so Reschke. Der Verein atelier 22 existiert seit zwei Jahren und organisiert Ausstellungen und Kunstprojekte. Rund 60 Mitglieder gehören ihm an.

Der braune Schrank ist wetterfest und fest im'Boden verankert. Gebaut hat ihn der Werkstatt-Treff Mecklenheide aus Hannover - ein Verein, der Erwerbslose in Zusammenarbeit mit der Job Center Region Hannover mit Arbeitsprozessen vertraut macht. Für das Projekt steht Geld aus dem Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" zur Verfügung.

Solche offenen Bücherschränke gibt es bereits in vielen Städten. In Celle betritt man damit Neuland. Beim atlier 22 hofft man aber schon jetzt auf weitere  öffentliche Austauschbibliotheken - etwa in der Heese. Allerdings kosten diese Vorhaben Geld. Und sollte es keine Fördermittel durch das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" mehr geben, müsste man Sponsoren mit ins Boot holen, hieß es.

Der Bücherschrank enthält Romane und Sachbücher für alle Altersgruppen. Reschke ist zuversichtlich, dass das Angebot von Vandalismus verschont bleibt. "Jeder hat doch ein Interesse, dass das erhalten bleibt", meinte sie. So sah es auch Franz Müller aus Nienhagen, der die Eröffnung verfolgte. "Was soll man hier denn kaputt machen? Wem nützt das denn?", fragte sich der 65-Jährige. Er begrüßte die Idee. "Ich werde sicherlich einmal vorbeikommen und schauen, was es so gibt." (og)

Das Bild trägt die Unterschrift: "Verschaffte sich gleich nach der Eröffnung einen Überblick über das Angebot: Franz Müller aus Nienhagen. (Foto: Peter Müller)