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A. Bogdanovski im Capito

Cellesche Zeitung am 12. November 2011

Ein Meister des klassischen Linolschnitts

Von Rolf-Dieter Diehl.

CELLE. Rund dreißig Bilder des aus St. Petersburg stammenden und seit 15 Jahren in Hannover lebenden Künstlers Alexander Bogdanovski sind auf Initiative des "Atelier 22" seit Freitag im Cafe "Capito" zu sehen.

Den Schwerpunkt der Exponate legt der 30-jährige, der die Kunstschule in Russland seinerzeit mit Auszeichnung abgeschlossen hat, in seiner Ausstellung auf Linolschnitte. Seine Arbeiten machen deutlich, dass der klassische Linolschnitt schon längst keine Sache altbackenen Kunstunterrichtes mehr ist, etwas Biederes, rückwärts Gewandtes, sondern eine wichtige Darstellungsform in der zeitgenössischen Kunst. Gerade das strenge Schwarz-Weiß mit seinen klaren Flächen und Konturen wirkt in der multimedialen Farbüberflutung der heutigen Zeit geradezu minimalistisch und dadurch fast modern.

Bogdanovski bedient sich einer wohldosierten Mischung aus strengen Kontrasten und fein  geschwungenen, oftmals typisierenden Formen und Linien wie bei seinen Tiermotiven. Bisweilen gestaltet er raumgreifende Inszenierungen, dann wieder spielt er mit vertrauten Szenen, Architekturen und Menschen, etwa bei den Bildern "Im Cafe" oder "Im Wald" oder "In der Stadt". Mit Mischformen und Überzeichnungen hat der experimentierfreudige Künstler, dessen Arbeiten zuletzt in der Residenz Beinsen zu sehen waren, die Ausdrucksmöglichkeiten dieses Genres immer wieder erweitert. Besonders faszinierend sind seine neuesten, mit einer geheimnisvollen Mischung aus Ölfarbe, pulverisiertem Art-Blattgold und Puder kolorierten Linolschnitte, die - wie das Bild "Herbst" - in ihrer pastellfarbenen Zartheit eine ungemein kontemplative Ruhe ausstrahlen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Januar im "Capito", Hattendorffstraße 1, zu sehen.

Das Bild zeigt Alexander Bogdanovski mit seinem Linolschnitt "Hannover". (Foto: Rolf-Dieter Diehl)